Der zweite Versuch

6. August 2007 von Markus Stahmann

Anfang des Jahres gab es bereits die Ankündigung, dass wBB-Exklusiv und wBB-Treffen eine Kooperation eingehen würden - doch nach ein paar Wochen wurde das Projekt auf wBB-News.de wieder gestrichen. Vor einiger Zeit gab es auf beiden Foren die Ankündigung, dass beide Seiten nun zu wBB-News fusionieren würden, mit einer klaren Zielsetzung: Die Nachrichten aktueller und qualitativer zu bringen.

Beide Redaktionen wollen als eine gemeinsame, große Redaktion dieses Ziel erreichen. Doch ist ein großes Team gleich das Mittel zum Erfolg?

Die größte Redaktion ist nicht gleich das Mittel für qualitative und schnelle Neuigkeiten. Was nützt ein großes Team, wenn dieses unmotiviert ist und die Arbeit vernachlässigt? Eine Ein-Mann-Redaktion kann unter Umständen schneller sein, als ein Team mit zehn Redakteuren.

Bei dem Projekt muss man sich besonders darauf besinnen, motivierte Leute zu haben, die sich ein paar Minuten ihrer Freizeit für wBB-News nehmen und die einschlägigen Seiten nach Nachrichten durchsuchen und gegebenenfalls andere Artikel recherchieren. Möchte man die Seite stets aktuell halten, braucht man Redakteure, auf die Verlass ist, die die Arbeit zuverlässig erledigen.

Ein weiteres Problem ist die Konkurrenz: wBB-Treffen war lange Zeit ohne Konkurrenz, bis wBB-Community und wBB-Exklusiv kamen. Neben wenigen, kurzlebigen Projekten mauserte sich wBB-Exklusiv, besonders bei der Aktualität der Meldungen zum großen Konkurrenten von wBB-Treffen.

Wie Mario Ernecker diese Tage in seinem Forum schrieb, ging mit zunehmenden Erfolg von wBB-Exklusiv die Qualität der Nachrichten auf wBB-Treffen zurück.

Diese Feststellung legt allerdings ein grundlegenderes Problem dar: Lange Zeit war wBB-Treffen der Monopolist auf dem «Markt» der Szene-Seiten. Es fiel nicht auf, wenn eine Meldung zwei, drei Tage später erschien, in spezieller Weise war diese noch aktuell.

Doch warum legte man sich nicht mehr ins Zeug, versuchte nicht den, über die Jahre erarbeiteten, Status der Nachrichtenseite Nummer eins zu erhalten und auszubauen? Eine zunehmende Flaute stellte sich statt dessen ein.

Mit dem Fusionsprojekt hat die Szene keine zwei Konkurrenzprodukte mehr, es gibt keine Motivation mehr schneller und sorgfältiger als die Anderen zu arbeiten - Konkurrenz belebt aber bekanntlich das Geschäft, für wBB-News ist die fehlende Konkurrenz sicherlich nicht förderlich.

Als weiteren Punkt sollte man sich fragen, ob das Konzept noch tragbar ist? Wie auf beiden Seiten zu lesen ist, plant die Führung wBB-News ebenfalls als Forum zu eröffnen.

Schaut man sich aber beide Foren genauer an, erkennt man, das es kaum neue Themen und Beiträge von den Besuchern gibt.

Wäre es hierbei nicht förderlicher die neue Seite mit einem Content-Management-System oder News-System zu realisieren und dabei eine Kommentarfunktion anzubieten? Auch ein Blogsystem würde diese Eigenschaften mitbringen.

Eine weitere Möglichkeit wäre sicherlich die Nachrichtenbereiche aus den Foren auszugliedern und auf wBB-News zu fusionieren und die Community, mit den Diskussionen rund um die Szene auf einem der Foren weiterlaufen zu lassen. Das Nachrichtenprojekt würde hierbei beispielsweise auf einer eigenen System, das nicht unbedingt ein Forum sein muss, laufen und könnte dabei erfolgreicher werden, als wenn es wieder nur ein Forum sein würde.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die reine Fusion keine Garantie für eine aktuellere und qualitativere Webseite ist. Das Team sollte möglichst motiviert agieren und die Motivation über einen längeren Zeitraum bewahren. Ein Forum muss nicht unbedingt der Erfolgsfaktor für die Nachrichtenseite sein, eventuell ist hier ein anderes System sinnvoller.

Sicherlich ist es angebracht das Konzept beider Foren zu überdenken und eine Nachrichtenseite mit einer neuen Idee zu gründen, denn eine gesammelte Informationsstelle innerhalb der Szene ist bestimmt nicht falsch.

Halbe Sache: Zwei wBB-Nachrichtenseiten kooperieren

7. Januar 2007 von Frederic Schneider

Die Nachrichtenseiten wBB-Exklusiv und wBB-Treffen möchten mit dem Projekt «wBB-News» Meldungen für beide Foren produzieren. In einer Pressemitteilung heißt es, dass die geschriebenen Texte automatisch auf beiden Foren publiziert werden. Die Diskussionen zu den Meldungen werden nicht zentralisiert. wBB-Treffen stellt die Technologie bereit; auf dem Forum tauschen sich die Redaktionen auch untereinander aus. Dominik Ziegler, der die Entwicklung betreut, sagte auf Anfrage, ein Termin für den Start des System stehe noch nicht fest, die Arbeit habe erst heute begonnen.

Fragwürdig ist, ob diese Kooperation einen Nutzen für die Leser hat. wBB-News bietet erst einmal nur einen Vorteil für beide Redaktionen, deren Mitglieder weniger Arbeit haben. Ob die Partnerschaft dazu führt, dass Neuigkeiten schneller veröffentlicht werden und die Berichterstattung insgesamt kompakter wird, ist zweifelhaft.

Ein weiterer Nachteil des Projekts ist der fehlende Wettbewerb; de facto wird es zukünftig nur noch zwei statt drei eigenständige Redaktionen (wBB-News und wBB-Vision) geben. Laut Ziegler ist der eigentliche Grund für die Kooperation aber gerade gewesen, dass der «ewige Streit zwischen den Newsforen, wer die News schneller verfasst», geschlichtet, der Verlust von Wettbewerb also bewusst in Kauf genommen wird.

Berücksichtigt man diese Kehrseite, wäre es besser, wenn beide Projekte verschmelzen. Mit der Zusammenarbeit wird ein Schritt gegangen, den zweiten (Fusion) trauen sich die Seiten nicht. Es bleiben zwei Foren, die inhaltlich i. d. R. gleich sein werden, aber trotzdem autonom existieren wollen. So ist wBB-News nur eine halbe Sache.